Zähne – Ablauf einer Implantation im Oberkiefer mit Stegprothese

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Zähne, oftmals mit viel Leid und Schmerz verbunden. Daher vorab an dieser Stelle mein Appell an dich: Wenn du noch alle oder viele eigene Zähne hast, lass es erst gar nicht so weit kommen, dass du Zahnersatz benötigst!

Wichtig! Tue stattdessen alles, um die eigenen Beißerchen zu erhalten und vor allen Dingen: Glaub nicht alles, was dir die Zahnärzte erzählen, sondern hol dir ggf. eine zweite oder dritte Meinung! Setze auf Zahnärzte, die deine Zähne so lange als möglich erhalten wollen.

Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Heute erzähle ich dir meine eigene Geschichte und berichte detailliert über den Ablauf einer Implantation mit Stegprothese im Oberkiefer.

Wenn ich mein heutiges Wissen bereits vor 30 Jahren gehabt hätte, dann hätte ich mir Vieles ersparen können.

 

Zähne – meine Geschichte – wie alles begann

Zähne, wahrscheinlich habe ich als diesbezügliche Probleme verteilt wurden dreimal hier geschrien. Denn diese begannen mit etwa Ende 20. Trotz intensiver Zahnpflege und regelmäßigen Gängen zum Zahnarzt hatte ich immer wieder Entzündungen aufgrund einer Parodontitis, die schlussendlich irgendwann zum Verlust der eigenen Zähne führte.

Mit etwa Mitte 30 bekam ich dann bereits ein sogenanntes Teleskop-Geschiebe im Ober- und Unterkiefer. Dabei werden Doppelkronen auf die noch vorhandenen Zähne gesetzt und die Lücken mit Zahnersatz aufgefüllt. Vorteil dabei: Muss wieder ein Zahn entfernt werden, muss nicht alles neu gemacht werden, sondern der nächste fehlende Zahn wird einfach in die Teleskope eingesetzt.

Aus heutiger Sicht würde ich es nicht mehr machen lassen, denn dabei werden gesunde Zähne abgeschliffen und überkront.

Wenn du meinen Blog verfolgst, dann weißt du, dass ich seit Anfang 2014, als ich auf die Ultraschallzahnreinigung aufmerksam wurde, endlich Ruhe mit dem leidigen Thema Entzündungen und Zahnprobleme habe.

Trotzdem ist mein Zahnersatz nun in die Jahre gekommen. Logisch, nach so vielen Jahren. So kam es, dass mir Anfang 2017 zwei Teleskopkronen abbrachen. Auch sah das Geschiebe nicht mehr wirklich schön aus. Der Lack war sozusagen ab! Durch die abgebrochenen Kronen war zudem alles locker und vernünftiges Kauen war nicht mehr möglich.

Somit ging meine Überlegung dahin, dass ich mir ein paar wenige Implantate setzen lassen wollte, die die Lücken schließen sollten. Denn ich wollte nach so vielen Jahren Konuskronen und Geschiebe endlich mal wieder richtig fest sitzenden Zahnersatz haben. Meine restlichen wenigen, eigenen Zähne wollte ich behalten. Soweit meine Illusion!

Zähne

 

Zähne – meine Suche nach dem passenden Zahnarzt

Da ich in Ungarn lebe, sich hier die Implantologen sozusagen tummeln und meine Freundin sich 2015/16 bereits zwei oder drei Implantate hatte setzen lassen, entschied ich mich aufgrund ihrer Zufriedenheit, ebenfalls zu diesem Zahnarzt zu gehen.

Gesagt – getan! Ich vereinbarte einen Termin zum Röntgen und um mir einen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen.

Die Zahnärztin erklärte mir, dass alle Zähne im Oberkiefer gezogen werden müssen. Anschließend wollte man mir zehn sogenannte Sofort-Implantate setzten. Und auf diese kämen dann die Kronen aus Zirkon-Keramik. Allerdings sei es in meinem Fall möglich, dass ich für einige Monate ein Provisorium tragen müsse, damit alles besser einheilt. Dieses würde dann extra berechnet.

Auf meine Frage, warum meine Zähne gezogen werden sollen, diese täten schließlich nicht weh, sagte die Zahnärztin nur knapp, dass diese nicht mehr fest genug seien. Das Risiko für die Implantate sei zu groß, deshalb müssten die Zähne entfernt werden.

Eine Arzthelferin machte noch rasch eine Zahnreinigung und ich erhielt die Rechnung für selbige und die Röntgenaufnahme präsentiert. Hier in Ungarn muss man für alles bezahlen, so auch für’s Röntgen. Einen Tag später bekam ich per E-Mail meinen Kostenvoranschlag, der nicht besonders ausführlich war.

Darüber, dass ich meine Zähne verlieren sollte, war ich geschockt und es flossen reichlich Tränen. Ich konnte mir nicht vorstellen, meine wenn auch wenigen, aber geliebten eigenen Zähne gehen zu lassen.

Außerdem machte mir Kopfweh, dass ich zehn Implantate erhalten sollte. Schließlich ist es ein operativer Eingriff. Auch wenn es statistisch gesehen wenige Menschen gibt, die Titan nicht vertragen, so ist doch jeder Mensch individuell.

Auf Nachfrage wird hier stets auf die Statistik verwiesen.

 

Zähne – Zahnarzt Nummer zwei muss her

Ich hatte schlaflose Nächte und habe mich dann entschieden, ich hole mir eine zweite Meinung ein. Also vereinbarte ich einen Termin in einer der größten Zahnarztpraxen hier in der Gegend.

Vorher gönnte ich mir noch eine doppelte Portion Bio-Kurkuma in einen Joghurt eingerührt, da mir abermals eine 3D-Röntgenaufnahme bevorstand und Kurkuma u.a. vor der Strahlung schützt. Zwar verwende ich dieses Wundergewürz täglich, beispielsweise in meinem green Smoothie, aber sicher ist sicher.


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Nach der Panoramaaufnahme erklärte mir der Zahnarzt auch hier, dass alle Zähne gezogen werden müssen. Allerdings will man nur vier Implantate setzen. Anschließend soll ich ein Provisorium bekommen, welches ich während der Dauer der Einheilphase, ca. vier bis fünf Monate, tragen muss. Danach bekomme ich eine festsitzende Stegprothese auf die Implantate gesetzt.

Auf meine verständliche Nachfrage, warum denn meine Beißerchen gezogen werden müssen und ob es nicht eine andere Lösung gibt, erklärte mir der Zahnarzt: Das ist nicht möglich, denn meine Zähne seien instabil. Kein Zahnarzt, der ordentlich arbeitet, würde darauf aufbauen.

Ich fragte auch hier nach einem Zahnersatz aus Zirkon-Keramik, da dieses Material heutzutage als besonders BIO-kompatibel gilt und die wenigsten Allergierisiken birgt. Mir wurde erklärt, dass dies für eine Stegkonstruktion aufgrund des Gewichtes nicht möglich sei.

Der Zahnarzt erklärte mir außerdem, dass andere Implantate in meinem Fall nicht in Betracht kommen. Dafür sei zu wenig Knochenmaterial vorhanden.

Da ich mich vor Jahren bereits in Deutschland für Implantate interessiert hatte und man dort vorher eine Knochentransplantation vornehmen wollte, klingt dies für mich zumindest nachvollziehbar. Seinerzeit habe ich mich aus Kostengründen und aus Angst gegen eine Implantation entschieden.

 

Mein Resümee dieser Untersuchung

Positiv anzumerken ist, dass ich bei Zahnarzt Nummer zwei nicht für die Röntgenaufnahme bezahlen musste (wahrscheinlich sind diese bereits im Gesamtpreis inkludiert, denn niemand hat etwas zu verschenken) und ich sofort einen detaillierten Kostenvoranschlag mitbekam.

Sehr angenehm empfand ich in dieser Praxis auch, dass der Zahnarzt erwähnte, dass man während der Operation mein Geschiebe für den Unterkiefer im hauseigenen Labor reinigen und polieren könne und ich dieses sicherlich noch eine ganze Weile tragen könne. Somit hatte ich hier nicht das Gefühl, dass mir um jeden Preis etwas aufgeschwatzt wird und ich wenigstens noch meine paar Zähne im Unterkiefer behalten darf.

Natürlich war auch die Diagnose dieses Zahnarztes wieder ein Schlag in die Magengrube. Schließlich wollte ich doch so gerne meine Zähne behalten. Dennoch hat mich diese Praxis etwas mehr überzeugt. Denn hier wurde mir die Vorgehensweise anhand der Röntgenaufnahme erklärt. Außerdem konnte ich mein Mann hinzuholen, damit er den Erklärungen ebenfalls folgen konnte. So brauchte ich mir nicht alles alleine merken, schließlich war ich aufgeregt genug. So konnten wir uns zu Hause in Ruhe darüber unterhalten.

 

Zähne – die Materialien von Zahnersatz und Implantaten

Da ich als gesundheitsbewusster Mensch gerne wissen möchte, welche Materialien in meinen Mund kommen, habe ich mir von beiden Zahnärzten die Materialzusammensetzung der Implantate und der Prothetik zusenden lassen.

Die Materialen der Implantate ähnelt sich in beiden Fällen sehr. Bei der ersten Arztpraxis stammen die Implantate von der Firma Phoenix, bei der zweiten vom Schweizer Unternehmen SGS.

Die Zähne der Zahnarztpraxis Nummer ein sind aus Zirkonkeramik, meine bevorzugte Wahl.

Die Stegprothese, die mir von der zweiten Arztpraxis empfohlen wurde, wird aus einem sehr harten Kunststoff-Keramik-Gemisch gefertigt. Dieses Material soll extrem  langlebig und abriebfest sein. Auch ist dem Internet zu entnehmen, dass dieses Gemisch sehr gut vertragen wird.

 

Zähne – implantatgetragener Zahnersatz – aller guten Dinge sind drei

Ich durchforstete natürlich das Netz und las stundenlang in Foren, wie du dir vorstellen kannst. Das Ganze beruhigte mich jedoch nicht wirklich, sondern verunsicherte mich nur noch mehr. Also beschloss ich, mir noch eine dritte Meinung von einer Bio-Zahnärztin zu holen. Die Ärztin warb auf ihrer Website, dass man ihr eine Röntgenaufnahme zusenden könne, anhand der sie einen Kostenvoranschlag erstellen würde.

Dies tat ich und erhielt ein paar Tage später eine Antwort. Allerdings unterbreitete sie mir lediglich ein Angebot für den Unterkiefer. Sie teilte mir im gleichen Atemzug mit, dass sie auf der Aufnahme für den Oberkiefer nicht genug erkennen könne. Ich müsse zur Untersuchung in ihre Praxis kommen.

Ich rief dort an und fragte, ob es denn ohne Röntgenaufnahme gehen würde, dies verneinte sie. Dass ich diese hätte bezahlen müssen, brauche ich ja wohl nicht zu erwähnen.

Auf Nachfrage meinte sie, dass eine weitere Röntgenaufnahme ja kein Problem sein, denn die Strahlung sei schließlich harmlos. Und das von einer Bio-Zahnärztin, das schafft doch Vertrauen 😉 Aber das sagen wohl alle Ärzte und hinterher strahlt man dann heller als eine Halogenlampe.

Mein Mann hat in diesem Zusammenhang immer einen sehr schönen Vergleich. Er sagt dann stets: „Rotkäppchen und der Wolf“, was so viel bedeutet wie, wenn Ärzte erst mal einen Fuß in der Tür haben, gibt es kein entkommen mehr.

Da ihr Angebot für den Unterkiefer außerdem deutlich über dem der anderen Angebote lag, habe ich dann darauf verzichtet, mir ihre Meinung bezüglich des Oberkiefers einzuholen. Mein Vertrauen konnte sie nicht gewinnen, denn von einer sogenannten „BIO“ Zahnärztin habe ich etwas anderes erwartet.

Natürlich will ich meine Meinung und persönlichen Erfahrungen mit Zahnärzten nicht verallgemeinern, denn es gibt unter den zahlreichen Ärzten sicherlich viele, die aufrichtig arbeiten und einem nicht nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Allerdings muss man diese wohl suchen wie die berühmte Nadel im Heuhaufen.

 

Zähne – meine Entscheidung

Nachdem ich einige schlaflose Nächte hinter mir hatte in denen ich das für und wider abwägte, habe ich mir dann eine Liste mit den Vor- und Nachteilen erstellt.

Denn eins war klar, mit meinem lockeren Geschiebe, mit dem ein vernünftiges Essen nicht mehr möglich war, konnte und wollte ich nicht mehr weiterleben. Und da offensichtlich kein Zahnarzt bereit war, auf meine noch vorhandenen Zähne im Oberkiefer aufzubauen, musste ich mich irgendwie entscheiden.

Somit fiel meine Wahl letzten Endes auf die Stegprothese.

 

Zähne – meine Gründe für diese Entscheidung

  1. Vier statt zehn Implantate. Hier erschien mir diese Variante einfach als das kleinere Übel. Denn jedes Implantat ist ein Fremdkörper und verursacht zunächst eine Wunde, die verheilen muss. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich hierbei das kleinere Risiko eingehe.
  2. Natürlich habe ich nachgefragt, was ist, wenn ich das Implantat nicht vertragen sollte. Daraufhin wurde mir erklärt, dass es niemals vorkommt, dass alle Implantate abgestoßen werden. Außerdem gibt es eine Garantie. Sollte mal ein Implantat abgestoßen werden, so wird dieses herausgenommen und an einer anderen Stelle erneut gesetzt.
    Überzeugt mich zwar nicht gänzlich, aber gibt dennoch eine gewisse Sicherheit.
  3. Die Zahnarztpraxis Nummer zwei machte auf mich einen professionelleren Eindruck. Es waren sehr viele Patienten dort, ein Kommen und Gehen. Naja, vielleicht auch nur ein anderes Zeitmanagement aufgrund der deutlich höheren Anzahl an Ärzten. Außerdem habe ich im Internet sehr viele positive Kundenmeinungen gelesen, auch das gibt mir zumindest etwas Vertrauen.
  4. Im Haus gibt es ein eigenes zahntechnisches Labor, dieses fehlte bei den anderen beiden Ärzten. Gerade wenn es um den Sitz von Provisorium und später dem Zahnersatz geht, ist dies von Vorteil.
  5. Die Website der Praxis gibt über alles detailliert Auskunft und wirkt ebenfalls sehr professionell. Dies muss nichts bedeuten, aber so wurden schon viele meiner Fragen beantwortet.

Wermutstropfen ist zwar der nicht ganz biokompatible Zahnersatz. Allerdings habe ich über derartige Legierungen ebenfalls viel Positives gelesen, sodass ich wohl damit leben muss und auch kann. Außerdem habe ich seit so vielen Jahren verschiedene Materialien im Mund, die auch nicht das Gelbe vom Ei sind bzw. waren. Somit lasse ich mich nun überraschen, was kommt.

Nachdem ich mich nun entschieden hatte, rief ich diesen Zahnarzt an und vereinbarte einen Termin.

 

Zahnersatz – mein Gang nach Canossa

Dienstag 11.7.2017 sollte ich zum Abdruck für das Provisorium kommen und für Mittwoch, 12.7.2017 war die eigentliche Operation angesetzt.

Als ich jedoch am Dienstag den Abdruck hinter mir hatte, wurde mir mitgeteilt, dass der Chirurg am Mittwoch keine Zeit hätte und ich mittags um 14 Uhr zur Implantation kommen soll.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich grundsätzlich panische Angst habe, wenn ich zum Zahnarzt muss? Diese potenzierte sich in diesem Moment gefühlt um das 100erfache. So hast du eine ungefähre Einschätzung, wie ich mich fühlte. Hatte ich morgens schon keinen Hunger und ein flaues Gefühl im Magen, so war mir nun schlagartig übel und ein leichtes Zittern machte sich breit.

 

Zähne – der Eingriff

Als es dann soweit war zitterte ich am ganzen Körper und mir liefen ständig die Tränen herunter. Arzt und OP-Schwester versuchten mich zu beruhigen, aber ich bekam meine Nerven einfach nicht in den Griff.

Alleine die zwölf Betäubungsspritzen waren für mich eine Tortur. Ich sollte danach den Mund ausspülen, aber vor lauter Zittern verschüttete ich den halben Wasserbecher.

Im Nachhinein muss ich allerdings sagen: Alles lief wie am Fließband. Ich schloss die Augen während der OP und versuchte krampfhaft an etwas Schönes zu denken, was mir eher schlecht gelang.

Der Chirurg machte stets kurze Ansagen, wie z. B. nun ziehe ich die Zähne, nun sind die Zähne draußen, nun bohre ich, nun setze ich die Implantate, jetzt sind die Implantate schon drin.

Zwischendurch hörte ich ein Geräusch, was sich nach einer sogenannten Knarre oder Ratsche anhörte. Daher blinzelte ich kurz. Es hörte sich nicht nur so an, sondern sah auch so aus. Da musste ich instinktiv an eine Autowerkstatt denken. So abwägig war der Gedanke gar nicht, denn der Ablauf der OP erinnerte mich wirklich an Fließbandarbeiten.

Nachdem die Nähte geschlossen waren und eine Schwester mich von Blutspritzern im Gesicht gesäubert hatte, ging es nochmal zum Kontrollröntgen. Anschließend wurde mir das Provisorium eingesetzt und ich bekam noch ein Antibiotikum sowie ein Schmerzmittel. Außerdem wurde mir ein Merkblatt mitgegeben.

Außerdem telte man mir mit, dass ich am nächsten Tag zur Kontrolle kommen soll. Dann brachte mich mein Mann wieder nach Hause und ich verzog mich mit einem Kühlbeutel erst mal ins Bett.

 

Zähne – nach der OP wurde mir ein Merkblatt mit folgendem Inhalt mitgegeben

Betäubung:

Ihr Reaktionsvermögen kann vorübergehend beeinträchtigt sein. Daher sollten Sie vorsichtshalber nicht selber Auto fahren.

Blutung:

Beißen Sie auf den Tupfer ca. 30 Minuten, damit die Blutung aufhört. Vermeiden Sie körperliche Belastungen (ca. 1 Woche lang), wie schweres Heben, um Nachblutungen zu vermeiden. Sollte die Wunde wieder bluten, beißen Sie auf ein sauberes, gerolltes Taschentuch.

Gesicht kühlen:

Nur am Tag des Eingriffs, 3-4 Stunden lang kontinuierlich. Bei Bedarf nach der Kälteeinwirkung eine Weile auslassen bevor Sie wieder Kälte zuführen. Am nächsten Tag ist Kühlen verboten!

Essen & Trinken:

Trinken Sie erst nach 2-3 Stunden, essen dürfen Sie nach frühestens 5 Stunden, vorzugsweise weiche bis breiige Lebensmittel. Vermeiden Sie 3 Tage lang Milchprodukte und Eier! Auch kein Alkohol, kein Kaffee, kein Tee, keine Cola!

Mundhygiene:

Ab dem 2. Tag können Sie wieder wie gewohnt Ihre Zähne putzen. Sparen Sie aber in der ersten Woche das Wundgebiet aus. Am OP-Tag ist es wichtig, dass das geronnene Blut nicht aus der Wunde gespült wird. Benutzen Sie am OP-Tag kein Mundwasser. Ab dem 2. Tag ist die vorsichtige Benutzung einer entzündungshemmenden Mundspülung empfehlenswert.

Rauchen:

Verzichten Sie heute und so gut es geht in den kommenden Tagen auf Zigaretten, denn Rauchen stört die Wundheilung!

Schwellungen & blaue Flecken:

Gelegentlich kommt es zu Schwellungen und Hämatomen, die zwar unangenehm sind, aber kein Grund zur Sorge. Selbst Schmerzen nach Abklingen der Betäubung oder eine Anspannung der Kaumuskulatur sollte Sie nicht beunruhigen. Nach einer Woche ungefähr verschwinden diese Symptome wieder.

Medikamente:

Nehmen Sie Antibiotika nach Anweisung des Arztes, im Allgemeinen alle, bis die Schachtel leer ist. Neben Antibiotika können Sie 2-3 Tage lang auch non-steroide Schmerztabletten nehmen. Während der Heilungszeit ist es empfehlenswert, eine erhöhte Dosis an Vitaminen und Mineralien (Ca) – zur Stärkung der Knochensubstanz – zu nehmen.


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Nahtmaterial:

Wir arbeiten mit selbstauflösenden Fäden, die binnen 6-8 Wochen vom Körper absorbiert werden.

Sonstiges:

In den ersten Nächten sollten Sie auf einem höheren Kissen schlafen. Wenn die Gesichtshöhle vom Eingriff betroffen war (Sinuslift oder Schließung von offenen Gesichtshöhlen) sollten Sie Schnäuzen für 2-3 Wochen strengstens vermeiden und beugen Sie sich auch nicht nach vorne!

Naja, einige Informationen hätte es für mich nicht gebraucht, da ich eh nicht rauche und sicherlich nicht auf die Idee gekommen wäre bei einem solchen Eingriff Auto zu fahren etc. Aber für den einen oder anderen Patienten sind wohl auch diese Informationen sinnvoll.

 

Zähne – nach der OP

Wie im Merkblatt der Zahnklinik angewiesen bereitete ich mir ein Kopfkissenlager, um während der ersten drei Tage erhöht zu liegen.

Je mehr die Betäubung nachließ, umso mehr fühlte ich mich wie Rocky Balboa nach seinem Kampf gegen Apollo Creed.

Nach etwa drei Stunden durfte ich endlich etwas Trinken, mein Mund war auch sehr trocken und dieser ekelhafte Blutgeschmack, einfach furchtbar. Etwa fünf Stunden nach der Operation hätte ich beispielsweise Suppe essen können, worauf ich aber verzichtet habe. Nach Nahrungsaufnahme war mir weiß Gott nicht zumute.

Aufgrund der Größe der Gaumenplatte des Provisoriums  fiel mir sogar das Trinken extrem schwer. Aber ich musste ja mein Antibiotikum nehmen. Außerdem hatte ich ständig das Gefühl mich übergeben zu müssen, wozu auch der Blutgeschmack beitrug. Auch an die anderen im Merkblatt aufgeführten Empfehlungen hielt ich mich.

In der Nacht war an erholsamen Schlaf kaum zu denken. Zwar schlief ich immer mal kurz ein, um dann wieder wach zu werden, weil alles weh tat.

 

Zähne – warum ich das Antibiotikum genommen habe

Ich habe echt überlegt, ob ich das Antibiotika nehmen soll. Schließlich habe ich seit ungefähr sieben Jahren keine Medikamente mehr eingenommen. Deshalb habe ich auch trotz der Schmerzen auf das Schmerzmittel verzichtet.

Allerdings habe ich mich dennoch dazu entschieden, das Antibiotikum einzunehmen und das hat folgenden Grund: Auch wenn ich die Implantate habe in Ungarn machen lassen, so haben sie dennoch einen stolzen Preis. Selbst wenn sie deutlich preiswerter sind, als in Deutschland. Allerdings muss man auch den Verdienst hier in Ungarn zugrunde legen und der liegt nun mal deutlich unter dem, was man in Deutschland verdient. Vor diesem Hintergrund relativiert sich die Ersparnis für Implantate in Ungarn wiederum.

Das hierbei irgendetwas schief läuft und ich die Einheilung erschwere oder gar verhindere, weil ich mich über die Anweisungen des Arztes hinwegsetze, dieses Risiko war mir einfach zu groß. Zumal mir der Eingriff mehr als gereicht hat und ich dieses Erlebnis weiß Gott nicht noch mal brauche.

Letztendlich muss das jedoch jeder für sich selbst entscheiden.

 

Zähne – der Tag nach der Operation

Mittwoch, 12.07.2017: Heute Morgen vorsichtiger Blick in den Spiegel. Die Innenseite meines Mundes ist blitzeblau. Und der Oberkiefer sieht aufgrund der Nähte aus wie ein Rollbraten. Das Gesicht ist geschwollen und ich komme mir fremd vor.

Habe mir einen grünen Smoothie zubereitet und getrunken. Schlucken und Sprechen fällt mir nach wie vor sehr schwer. Meines Erachtens liegt es an der extrem großen Gaumenplatte. So etwas hatte ich ja noch nie. Dann nehme ich meine zweite Tablette des mitgegebenen Antibiotikums.

Um 13.15 Uhr geht es zur Kontrolle zum Zahnarzt. Die OP Schwester fragte mich, wie es mir geht, was ich wahrheitsgemäß beantworte. Sie erklärte mir, dass ich mich nach ein paar Tagen an das Provisorium gewöhnen würde. Dies müsse so groß sein, um Halt zu finden.

Auch fragte sie, ob ich die Prothese bereits herausgenommen und alles gereinigt hätte. Ich bejahte dies und erkläre ihr, dass ich mit weichem Ultraschall reinige, worauf sie meinte, das sei sehr gut!

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Anschließend nahm sie die Wundversorgung vor. Dazu  reinigt sie alles mit einer Desinfektionslösung. Glücklicherweise ist sie behutsam und nichts tut weh. Die Innenseite der Prothese bestreicht sie mit einer Desinfektionscreme und trägt mir auf, 30 Minuten nichts zu essen und zu trinken. Das ist kein Problem für mich, denn danach steht mir eh nicht der Sinn.

Sie erinnerte mich abschließend noch, dass ich auf jeden Fall das Antibiotikum nehmen solle, was ich ihr zusichere.

Anschließend gibt sie mir noch einen Termin für Donnerstag und mein Mann und ich fahren wieder nach Hause. Ich lege mich gleich hin, denn ich bin wieder total erschöpft.

 

Zähne – Tag zwei nach dem Setzen der Implantate

Donnerstag, 13.07.2017: Die Nacht war wieder eine Katastrophe, habe kaum geschlafen, da ich wahnsinnige Kopf- und Nackenschmerzen hatte. Ich vermute mal, dass es von der erhöhten Liegeposition kommt. Denn ich bin es nicht gewohnt so hoch zu schlafen.

Blick in den Spiegel, ich sehe immer noch aus wie ein pausbäckiger Hamster. Naja, ist ja noch alles sehr frisch.

Um 11 Uhr muss ich wieder zur Kontrolle. Die OP Schwester begrüßt mich und fragt gleich, ob es heute schon besser klappt mit der Prothese? Leider nein. Ich erkläre ihr, dass ich morgens versucht habe, eine Banane zu essen, was mir extrem schwergefallen ist. Denn ich habe immer noch große Probleme beim Schlucken.

Nachdem Sie die Wundversorgung vorgenommen hat, sagte sie mir, dass ich am Montag noch einmal kommen soll. An diesem Tag sei der Chef-Zahntechniker im Haus. Dieser könne sich das Provisorium dann mal ansehen.

Ansonsten sagt sie, dass alles sehr gut heilt. Somit sind die OP-Schwester und ich zufrieden.

 

Zähne – Tag drei und fünf nach dem Eingriff

Freitag, 14.7.2017: Nachdem ich nachts ein Kopfkissen weggeschmissen hatte, da ich wieder Kopfschmerzen bekam, habe ich ganz gut geschlafen. Ich bin zwar ein paar Mal kurz wach geworden, da ich immer noch sabbere. Ich vermute, dass es an der Wundflüssigkeit liegt und weil der Mundraum noch geschwollen und nicht so beweglich ist.

Außerdem habe ich heute Morgen hin und wieder leichte Stiche im Oberkiefer, ansonsten geht es mir heute etwas besser.

Sonntag, 16.7.2017: Ich bin so glücklich, heute nehme ich die letzte Tablette, dann bin ich das Sauzeug endlich los.

 

Zähne – Termin mit dem Chef-Zahntechniker

Montag, 17.7.2017: Heute habe ich den Termin beim Zahntechniker. Er entdeckt ein paar Druckstellen und fräst entsprechende Stellen am Provisorium weg. Da es ansonsten mit dem Schlucken schon besser klappt, entlässt er mich mit den Worten, dass ich jederzeit kommen könne, wenn etwas zwickt oder zwackt. Die deutliche Aussprache muss ich allerdings noch üben.

Müde bin ich glücklicherweise nicht mehr. Und wenn ich nicht an die Wunden komme, tut auch nix mehr weh. Die Blutergüsse in meinem Mund sind auch weg. Allerdings habe ich Durchfall und meine Zunge ist seit der OP belegt, vermutlich wegen des Antibiotikas. Wundert mich allerdings nicht, denn solche Medikamente haben enorme Nebenwirkungen und zerstören schließlich die Darmflora.

Mittwoch, 19.7.2017: Habe immer noch Durchfall, auch die Zunge ist immer noch belegt.Deshalb essich ich heute so gut wie nix, damit der Magen zur Ruhe kommt.

Donnerstag, 20.7.2017: Die Durchfälle haben aufgehört. Gott sei Dank!

Freitag, 21.7.2017: Es wird täglich besser. Mittlerweile kann ich schon wieder ganz gut kauen, vorausgesetzt es ist weich. Abbeißen klappt noch nicht, also schneide ich mir alles, was ich esse, in mundgerechte Stücke. Die Zunge ist noch immer belegt, aber das bekomme ich mit kolloidalem Silber und Ölziehen sicherlich wieder in den Griff.

Montag, 31.7.2017: Heute musste ich mir mal wieder was gönnen, somit war heute Friseur und Fußpflege angesagt. Lächeln klappt auch schon wieder einigermaßen. Na ja, ist vielleicht noch etwas schief, aber auch das wird noch, da bin ich mir sicher.

Gabriele Valerius-Szöke 31.7.2017

Mittlerweile haben wir den 14.8.2017: Abbeißen klappt immer noch nicht, auch kauen auf der linken Seite tut noch etwas weh. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich auch das noch bessert. Es braucht halt alles seine Zeit bei einem so schweren Eingriff.

Sollte nichts Außergewöhnliches und somit Berichtenswertes geschehen, warte ich nun auf den 15. Januar 2018. Dann bekomme ich meine neuen Zähne, also die implantatgetragene Stegprothese. Spätestens dann werde ich hier erneut berichten.

Ich werde wohl mein nachfolgendes Buch „So stoppst du Zahnprobleme, garantiert: Was dir die wenigsten Zahnärzte verraten“ um diese Erfahrung erweitern müssen. Also wird es wohl im Laufe des Jahres – wenn ich zeitlich dazu komme – eine Neuauflage geben.


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alles Liebe für dich

Gabi

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Als Präventionsberaterin, Fitness-Coach sowie Autorin für Gesundheits- und Mental-Ratgeber helfe ich gesundheitsbewussten Frauen, die wenig Zeit haben, auf natürliche, einfache Weise für einen ganzheitlich, gesunden Körper zu sorgen. Außerdem mache ich Mut eigene Wege zu gehen, Stress und Belastungen loszuwerden und deinen persönlichen Traum zu leben, damit auch deine Seele glücklich ist.

2 Antworten

  1. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich habe auch Probleme mit meinen Kronen, wohne aber in Österreich. Ich habe Angst vor so einer großen und unangenehmen Behandlung, daher drücke ich mich schon seit längerem davor. Meine Tochter hat mir jetzt eine sogenannte schmerzfreie Zahnarztpraxis herausgesucht, vielleicht probiere ich es dort: https://www.drandreawaldhof.at/

    • Liebe Amalia,

      dann drücke ich mal ganz fest die Daumen, damit es tatsächlich schmerzfrei wird. Ich habe allerdings schon gehört, dass dies beispielsweise mit Hypnose möglich ist. Aber vielleicht gibt es noch weitere Möglichkeiten, denn die Weiterentwicklung hört ja nie auf.

      Alles Liebe!
      Gabi

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